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Auf Polizei-Ball randaliert

„Rache nach Nachttanzdemo“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2008

Von Katharina Iskandar


Bei der „Nachttanzdemo“ waren mehrere Menschen verletzt und elf Personen festgenommen worden (Bildmaterial: F.A.Z. – Julia Zimmermann)

05. Oktober 2008 Offenbar als Reaktion auf den Polizeieinsatz bei der „Nachttanzdemo“ vor vier Tagen haben etwa 25 vermummte Personen am Samstagabend einen Polizei-Ball im Nordwestzentrum überfallen und dort randaliert. Die Demonstranten seien in das Foyer gestürmt und hätten Tische und Blumenkübel umgeworfen. Dabei hätten sie durch zahlreiche Äußerungen deutlich gemacht, dass sie sich dafür rächen wollten, dass die Polizei die „Nachttanzdemo“ aufgelöst habe, teilte ein Polizeisprecher mit.

In einem Internetforum zur „Nachttanzdemo“ bekennen sich einzelne Teilnehmer der Demonstration zu der Tat und sprechen von einem gezielten Racheakt. Es sei darum gegangen, heißt es dort, den Ball zu stören und eine „erneute Zusammenkunft der Polizei zu unterbinden“.

Polizei will sich beraten

Die Polizei hat unterdessen ihr Vorgehen bei der „Nachttanzdemo“ verteidigt. Die Beamten hätten keine andere Wahl gehabt, als die Veranstaltung aufzulösen, sagte ein Sprecher. Denn schon kurz nach Beginn der Demonstration seien die Auflagen nicht eingehalten und Polizisten mit Flaschen beworfen worden. Zudem habe auch der Anmelder nicht mehr auf den gewaltbereiten Teil der Demonstranten einwirken können. In den nächsten Tagen will die Polizeiführung darüber beraten, wie derartige Eskalationen künftig zu vermeiden sind.

Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) sieht sich unterdessen in seiner Entscheidung, die Auflagen zu verschärfen, bestätigt. Wer für ein „Recht auf Ruhestörung“ demonstriere, gebe deutlich zu erkennen, dass nicht eine politische Botschaft, sondern „Randale und Bambule“ das Ziel der Veranstaltung seien, sagte er. Bei der „Nachttanzdemo“ waren mehrere Menschen verletzt und elf Personen festgenommen worden.

Vermummte randalieren auf Polizei-Ball: Rache für Nachttanz-Einsatz

Frankfurter Neue Presse, 05.10.2008

Frankfurt Rund 25 Vermummte haben am Samstagabend den Ball der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gestört. Die meist jungen Leute hätten im Foyer des Veranstaltungsorts Tische umgeworfen und Blumenkübel ausgekippt, berichtete die Polizei am Sonntag. Die Aktion sei eine Rache für den Polizeieinsatz bei der sogenannten Nachttanzdemo in der Nacht zum Freitag gewesen, bei der es zu Ausschreitungen und elf Festnahmen gekommen war.

Bei den gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten waren sieben Beamte verletzt worden. Die Polizei berichtete von etlichen Sachbeschädigungen, vor allem im Stadtteil Sachsenhausen. Nach Polizeiangaben hatten etwa 1000 Demonstranten an der sogenannten Nachttanzdemo teilgenommen, zu der linke Gruppierungen aufgerufen hatten. Die Ausschreitungen begann am Donnerstag gegen 21.00 Uhr und dauerten bis kurz vor 4.00 Uhr am Freitagmorgen. Die elf vorübergehend Festgenommenen waren am Sonntag wieder auf freiem Fuß.

Die Veranstalter warfen den Beamten in einer Pressemitteilung «vollkommen unverhältnismäßige Gewalt» vor. Mehrere Demonstranten seien von Beamten verletzt worden. Daraufhin hätten viele Teilnehmer «ihrer Wut freien Lauf gelassen». Einsatzkräfte wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Viele waren nach Angaben der Polizei betrunken. «Nach mehreren erfolglosen Versuchen der Polizei, die Veranstaltung wieder in geordnete Bahnen zu lenken, musste die Versammlung gegen 22.30 Uhr aufgelöst werden», berichtete die Polizei, die mit mehreren hundert Mann im Einsatz war und Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt hatte.

Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben «die Stadt tanzend und feiernd zurückerobern». Die «Nachttanzdemo» 2008 stand unter dem Motto «Deutschland den Schlaf rauben! Die Verhältnisse zum Tanzen bringen!» Der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel bedauerte, «dass sich die Teilnehmer ihre eigene Veranstaltung selber kaputt gemacht haben».

Vermummte stören Polizei-Ball

Reaktion auf Nachttanzdemo

HR-Online, 05.10.2008

Etwa 25 Personen haben beim Ball der Gewerkschaft der Polizei am Samstagabend randaliert. Sie warfen Tische um und leerten Blumenkübel aus.

Der jährliche Ball fand dieses Mal im Titusforum der Frankfurter Nordweststadt statt. Wie die Polizei mitteilte, seien etwa 25 vermummte Personen in das Foyer des Forums eingedrungen. Dort hätten sie Tische umgekippt und Blumenkübel ausgeleert.

Der Gruppe sei es allerdings nicht gelungen, in den eigentlichen Ball, der im 1. Stock des Forums stattfand, vorzudringen. Einige Mitglieder der Polizeigewerkschaft hätten die Störer aus dem Foyer gedrängt.

Reaktion auf Nachttanz

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt sagte hr-online, der Vorfall sei eine Reaktion auf die eskalierte Nachttanzdemonstration in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Dies ergebe sich aus Äußerungen von einigen der Vermummten. Details nannte der Sprecher nicht.

Bei der Nachttanzdemonstration war es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die Veranstalter des Nachttanz warfen der Polizei „unverhältnismäßige Gewalt“ vor. Die Polizei verwies darauf, dass die Demonstranten die genehmigte Route des Nachttanz verlassen hatten.

Manöverkritik

Daraufhin habe auch der von den Demonstranten bestimmte Versammlungsleiter sich entschlossen, die Leitung der Nachttanzdemo abzugeben, hieß es weiter. Der Polizeisprecher sagte, die Polizei werde sich im Laufe der Woche mit dem Nachttanz befassen und das eigene Vorgehen kritisch prüfen.

25 Vermummte besuchen Polizei-Ball

Nachttanzdemo in Frankfurt

Frankfurter Rundschau, 05.10.2008

Frankfurt/Main. Etwa 25 vermummte Personen haben am Samstagabend den Ball der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Frankfurt zu stören versucht. Die meist jungen Menschen hätten das Foyer des Titusforums betreten, einige Tische umgeworfen und Blumenkübel ausgeleert, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Der Übergriff sollte der Polizei zufolge die Reaktion auf die am Donnerstagabend durch die Polizei aufgelöste Nachttanzdemo sein. Mehrere Vermummte hätten sich entsprechend geäußert, sagte ein Polizeisprecher. Einige im Foyer anwesende GdP-Mitglieder drängten die Vermummten aus dem Gebäude. Der Ball im ersten Stock des Titusforums wurde nicht gestört.

Bei der Frankfurter Nachttanzdemo war es am Donnerstagabend zu schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Sieben Polizisten waren leicht verletzt worden, elf Personen wurden vorübergehend festgenommen. Es gab auch zahlreiche verletzte Demonstranten. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Reizgas ein. (ddp)

Polizei löst Nachttanzdemo auf

Junge Welt, 04.10.2008

Frankfurt/Main. Am Donnerstag abend hat die Polizei mit einem Großaufgebot in Frankfurt am Main eine Nachttanzdemo für Freiräume aufgelöst. Der Startpunkt war kurzfristig verlegt worden, »um unangemeldet und ohne die zuvor von der Stadt verhängten, inakzeptablen Auflagen zu demonstrieren«, erklärten die Organisatoren am Freitag in einer Pressemitteilung. Nach etwa hundert Metern sei der Zug demnach von der Polizei gestoppt worden Anschließend sei die Straße äußerst brutal mit Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz geräumt worden. Es habe zahlreiche Verletzte gegeben. (jW)