Sieben Polizisten bei Demonstration verletzt

Elf Festnahmen

Main-Rheiner, 03.10.2008

FRANKFURT/MAIN (dpa) Bei gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten sind in der vergangenen Nacht in Frankfurt sieben Beamte verletzt worden. Elf gewalttätige Teilnehmer wurden vorübergehend festgenommen. Die Polizei berichtete am Morgen von etlichen Sachbeschädigungen, vor allem im Stadtteil Sachsenhausen. Nach Polizeiangaben hatten etwa 1.000 Demonstranten an der sogenannten Nachttanzdemo teilgenommen, zu der linke Gruppierungen aufgerufen hatten. Die Ausschreitungen begann gestern gegen 21 Uhr und dauerten bis kurz vor vier Uhr am heutigen Morgen.

Die Polizei hatte zunächst versucht, die Demonstranten auf die von der Stadt genehmigte Route zurückzuführen. Die Teilnehmer hielten sich aber nicht daran und bewarfen Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen. Viele Teilnehmer seien stark alkoholisiert gewesen, berichtete die Polizei. Von einem Lautsprecherwagen aus forderten sie die anderen Demonstranten dazu auf, sich der Polizei zu widersetzen.

„Nach mehreren erfolglosen Versuchen der Polizei, die Veranstaltung wieder in geordnete Bahnen zu lenken, musste die Versammlung gegen 22.30 aufgelöst werden“, berichteten die Beamten am nächsten Tag. Die Polizei, die mit mehreren hundert Mann im Einsatz war, setzte Schlagstöcke und Tränengas ein. Die Demonstranten warfen nach Augenzeugenberichten mit Flaschen und Steinen, abgerissenen Autospiegeln und Verkehrszeichen. Sie beschädigten geparkte Autos und schlugen Scheiben ein. Unter den Randalieren seien auch Vermummte gewesen, sagten Zeugen.

Nachdem es den Beamten gelungen war, die Kundgebung größtenteils aufzulösen, liefen etwa 350 Demonstranten weiter in die Innenstadt. Auch dort kam es zu einzelnen Sachbeschädigungen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben „die Stadt tanzend und feiernd zurückerobern“. Die „Nachttanzdemo“ 2008 stand unter dem Motto „Deutschland den Schlaf rauben! Die Verhältnisse zum Tanzen bringen!“ Der Frankfurter Polizeipräsident Achim Thiel bedauerte, „dass sich die Teilnehmer ihre eigene Veranstaltung selber kaputt gemacht haben“.