Kommentar zur Nachttanzdemo
Frankfurter Rundschau, 04.10.2008
von Georg Leppert
Es gehört nicht viel dazu, sich vorzustellen, was Volker Stein dachte, als er von den Krawallen bei der Nachttanzdemo erfuhr. Von alkoholisierten Demonstranten, die auf Randale aus seien, hatte der Ordnungsdezernent vorher gesprochen, von einer Zumutung für Frankfurt. Und nun? Elf Festnahmen und ein Scherbenmeer in Sachsenhausen. Hat er es doch gleich gesagt, der Volker Stein. Warum hört man bloß nicht auf den FDP-Mann, der keinen Hehl daraus macht, dass er linksradikale Demonstranten verabscheut?
Dabei hat Stein gar keinen Grund zu frohlocken. Dass einige wenige Demonstranten durchdrehten, macht seine vorher getroffenen Aussagen kein Stück besser. Um einen Vergleich aus der Welt des Volker Stein zu ziehen: Zu jedem Eintracht-Spiel kommen Fans, die auf Randale aus sind. Darf man also alle Besucher im Stadion als Gewalttäter diffamieren? Stein, Stammgast bei der Eintracht, würde sich bedanken.
Doch das unmögliche Gehabe des Stadtrats kann auf keinen Fall die Flaschenwürfe vom Donnerstagabend entschuldigen. Zumal die Demonstranten eine große Chance vertan haben: Wie sehr hätten sie Stein bloß stellen können, wenn sie laut und friedlich durch Frankfurt gezogen wären.