Ballkrawall als Rache für „Prügelorgie“

Frankfurter Rundschau, 07.10.2008

Die Veranstalter der Nachttanzdemo haben die Krawalle beim Ball der Polizei begrüßt. „Die Annahme, man könne in Ruhe feiern, nachdem man zwei Nächte zuvor als Handlager des Ordnungsdezernten Volker Stein und unter Führung des Polizeipräsidenten Achim Thiel eine bis dahin friedliche Nachttanzdemo durch eine Prügelorgie auflöste“, sagte Matthias Schneider vom Nachttanzdemo-Bündnis am Montag, „und dabei zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Teil schwer verletzte, ist ein Trugschluss.“

So lange das Ordnungsdezernat und die Polizei aus dem Einsatz in der Nacht zum 3. Oktober keine Konsequenzen zögen, „muss die Stadt davon ausgehen, dass kontinuierlich weiter Aktionen stattfinden werden“, so Schneider weiter.

Etwa 25 vermummte Gestalten hatten m Samstagabend versucht, den Ball der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu sprengen. Sie betraten das Foyer des Titusforums in der Nordweststadt, warfen einige Tische um und leerten Blumenkübel aus.

Die Revolution fand jedoch ein jähes Ende, als einige im Foyer befindliche GdPler die Randalierer kurzerhand an die frische Luft setzten. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei vermutet, der Vorfall sei eine „Reaktion auf die am Donnerstagabend durch die Polizei aufgelöste Nachttanzdemo“. Bei der hätten „meist betrunkene Teilnehmer“ dermaßen randaliert und gegen die Auflagen verstoßen, dass man dem ein Ende hatte setzen müssen.

Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) dankte der Polizei am Sonntag für ihr „kluges und rechtzeitiges Eingreifen“ am Donnerstagabend. Er sehe sich in seiner Einschätzung bestätigt: „Die Nachttanzdemo ist keine politische Kundgebung.“ Sinn der Veranstaltung sei gewesen, den Tag der deutschen Einheit „zu desavouieren“, sagte Stein. skb/geo